Secondary menu

Doris Janshen ist im Februar 2009 mitten im Leben 62jährig gestorben.

Doris J. war zuletzt Jahrzehnte lang Hochschullehrerin an der Universität Duisburg – Essen.
Nach der Gründungsphase war Doris in den 80er Jahren im Komitee eines der am meisten aktiven Vorstandsmitglieder. Mit anderem Akzent als Ute Gerhard oder Marlies Dürkop sorgte sie dafür, dass das feministischen Diskussionen der 60er und 70er Jahre nahe komiteeliche Politikverständnis auch entsprechend thematisch frauenpolitisch pointiert wurde.

Politik weit vor dem Staat und über ihn hinaus in der ersten Person Singularis und Pluralis. Doris konzentrierte sich insbesondere auf die allzu lange eher randständig wahrgenommene Gewalt gegen Kinder, Mädchen vor allem und Frauen. Sie ragte dadurch in ihren immer konzeptionell begründeten Aktivitäten heraus, dass sie mit breitem Gewaltbegriff entsprechende Arbeitsgruppen und Tagungen auch über das Komitee hinaus stimulierte und selbstständig organisierte. Dazuhin wurden früh die Informations- und Kommunikationstechnologie, ihre gesellschaftlichen Potenzen, wie ihre nicht zuletzt humane Integrität verletzenden Gefahren zu ihrem Thema. Andere Orientierungen führten Anfang der 90er Jahre dazu, dass Doris sich vom Komitee abwandte.

Infolge häufiger, krankheitsbedingter Unterbrechungen habe ich es versäumt, der seinerzeit mit Doris im Komiteevorstand eng zusammenarbeitete, ihrer persönlich und ihres bleibenden komiteelichen Beitrags in den Informationen des Komitees zu gedenken. Darum bin ich froh – und sind es wir, die wir nur noch aus Berichten und Zeugnissen Doris Janshens eigenständige und eigentümliche Beiträge wahrnehmen können –, Sibylle Plogstedts persönliche Erinnerungen an ihre Freundin Doris J. einem breiteren Leserkreis zugänglich machen zu können. Frühe Anlässe, Stimmungen und Spannungen der (zweiten) deutschen Frauenbewegung werden im Brennspiegel einer femina pro se ahnbar.
Für das Komitee für Grundrechte und Demokratie als Freund Doris Janshens
Gez.
Wolf-Dieter Narr   
 
Der Nachruf auf Doris Janshen von Sibylle Plogstedt:
"Himmelhochjauchzend... - ein Leben voller Aufbrüche.“ kann als pdf-Datei geöffnet werden:

Doris Janshen ist am 17.2.2009 gestorben. Sie hat den WissenschaftlerInnen der Universität Duisburg Essen das Kolleg für Geschlechterforschung hinterlassen. In der Wissenschaft gebe es zwischen Männer- und Frauenforschung so gut wie keinen Dialog, schreibt Janshen: „Wir meinen, dass es an der Zeit ist, dass Frauen und Männer sich Begegnungsorte suchen, um qualifiziert den Diskurs über das Geschlechterverhältnis aufzunehmen.“ 

AnhangGröße
PDF icon Nachruf Doris Janshen.pdf57.69 KB