28. Aug 2020
17:00 - 18:30


Die Gesellschaft entgittern! Sicherheit und Gerechtigkeit als gemeinsame Verantwortung


Digitaler Diskussionsworkshop im Rahmen der Konferenz "Zukunft für alle" vom 25. bis 30. August 2020

Wie sieht eine Gesellschaft aus, die ohne den Ausschluss von Menschen auskommt? Was kann und soll unsere Alternative sein zu Freiheitsentzug und Isolation? (Wie) ist eine Gesellschaft ohne Gefängnisse vorstellbar? Und wie wollen wir mit Menschen umgehen, die Fehler begehen und dadurch andere Menschen schädigen? In dem Workshop wollen wir über die Utopie einer Welt ohne Gefängnis und Strafe sprechen sowie über die gesellschaftlichen Bedingungen für „Verbrechen“.

Aktuell sind 60.000 Menschen in Deutschland in Gefängnissen inhaftiert, viele verbringen dort im Durchschnitt 2-4 Jahre, rund 3000 Menschen sitzen lebenslang, etwa 500 in sog. Sicherungsverwahrung. Gefängnis heißt für Inhaftierte die vollständige Fremdbestimmung über ihre Person, weitgehende Rechtlosigkeit und Unterwerfung. Dabei werden die vorgeblichen Ziele der Freiheitsstrafe - Abschreckung und Resozialisierung - nachgewiesenermaßen nicht erreicht.

Die Gefängnisse sind zu einem Großteil belegt mit People of Colour und Menschen aus finanziell prekären Verhältnissen - also vor allem eine autoritäre Lösung für soziale Probleme, die mit anderen Mitteln besser zu bewältigen wären. Welche Ansätze zur Abschaffung von Gefängnis und Strafe gibt es, die weniger mit Bestrafung arbeiten als vielmehr mit der Unterstützung der geschädigten Person(en) und mit Formen von Ausgleich und Entschädigung, sowie die die Veränderung von schädigenden Verhaltensweisen in den Mittelpunkt stellen? Und was für eine Gesellschaft brauchen wir dafür?

Der Workshop richtet sich an Einsteiger*innen in das Thema und wird in deutscher Sprache abgehalten.

Am 28. August 17 bis 18.30 Uhr

Der digitale Workshop ist auf 30 Personen begrenzt, die Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich.

Hinweis von den Veranstalter*innen: Im Gegensatz zu den meisten Veranstaltungen werden wir die Workshop-Plätze nicht nach dem wer-zuerst-kommt-mahlt-zuerst-Prinzip vergeben sondern aufbauend auf euren Wünschen verlosen. Es gibt Plätze für alle, aber wir werden Menschen bevorzugen, die angeben, dass sie zu einer Gruppe gehört, die sich struktureller Diskriminierung ausgesetzt sieht.

Diese erste Anmelderunde geht bis zum 10. August, danach findet die Auslosung statt. Eine Anmeldung wird danach noch für restliche Workshop-Plätze möglich sein.

Das Gesamtprogramm der Konferenz findet sich hier.