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Strafen, Haftbedingungen und Gefangenenhilfe

Der strafende Staat

Apr
19
2018

Der strafende Staat

Plädoyer gegen den Populismus in der Kriminalpolitik und eine Instrumentalisierung des Strafrechts

Volkmar Schöneburg

Es gibt kaum ein gesellschaftliches Problem, auf das die Politik in den letzten 20 Jahren nicht mit dem Ruf nach dem Strafrecht reagiert hat. Vermeintliche Gesetzeslücken wurden geschlossen und härtere Strafen eingeführt. Allein in der letzten Legislaturperiode des Bundestages stehen dafür die Verschärfung des Sexualstrafrechts, des Tatbestands des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte (einschließlich von Krankenwagenfahrern, „weil die auch Anerkennung verdienen“), des Einbruchsdiebstahls, die Kriminalisierung von „Grabschern“ oder illegalen Autorennen. Justizminister Heiko Maas brachte es durch den bekannten Kolumnisten der Zeit, Thomas Fischer, den für einen Leiter dieses Ressorts zweifelhaften Titel eines Sicherheitsministers ein. Mehr Strafrecht fordern, weniger nach Ursachen fragen, lautete auch die Devise des Ministers. Kriminalpolitik als Gesellschaftspolitik – mittlerweile Fehlanzeige. Auch der gegenwärtig ausgehandelte Koalitionsvertrag legt davon Zeugnis ab. Es geht vorrangig um die Stärkung des zupackenden Staates.

Gefängnisse als Sonderwirtschaftszonen

Mär
06
2018

Die Bundesländer verdienen Geld mit der Arbeitskraft von Häftlingen

In den meisten Bundesländern sind Gefangene zur Arbeit verpflichtet. Die Beschäftigten arbeiten zu Dumpinglöhnen und haben fast keine Rechte. Die Gefangenengewerkschaft GG/BO will das ändern. Ein Artikel von Peter Nowak, den er dem Grundrechtekomitee freundlicherweise überlassen hat.

Rente für Gefangene erneut vertagt: Föderal-interministerielle Verschiebung der Verantwortung geht weiter

Jan
23
2018

Köln, 23. Januar 2018

Pressemitteilung

Rente für Gefangene erneut vertagt: Föderal-interministerielle Verschiebung der Verantwortung geht weiter

Arbeits- und Sozialminister-Konferenz soll „Rente für Gefangene“ endlich umsetzen

Nov
29
2017

Am 6./7. Dezember 2017 wird die Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder (ASMK) in Potsdam (Brandenburg) zu ihrer jährlichen Sitzung zusammenkommen. U.a. wird sie zum Thema „Einbeziehung der Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten in die Rentenversicherung“ beraten. Eine Arbeitsgruppe der ASMK war beauftragt worden, der Konferenz eine Entscheidungsvorlage zu unterbreiten, die bislang noch nicht öffentlich bekannt ist.

Wider die lebenslange Freiheitsstrafe

Jun
21
2017

Als „brisanten Vorstoß“ wertete die BILD am 18.6.2017 eine Forderung des Hannoveraner Strafrechtslehrers Bernd-Dieter Meier, eine gesetzliche Obergrenze für die lebenslange Freiheitsstrafe einzuführen. Dem lag eine Meldung des evangelischen Pressedienstes zugrunde. Hintergrund war eine Tagung der Ev. Akademie Loccum, die vom 17.-19.6.2017 unter dem Titel „Für und wider die lebenslange Freiheitsstrafe“ stattfand.

Achtung, Berufsrisiko: „Dienst im KZ“ ist strafbar!

Dez
08
2016

Zwiespältiges zur Auschwitz-Entscheidung des Bundesgerichtshofs

Was soll man nur von diesen Entscheidungen halten:

Das Landgericht Lüneburg hatte am 15. Juli 2015 den damals 94jährigen Oscar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in – so liest sich das im Juristendeutsch – „300.000 rechtlich zusammentreffenden Fällen“ (begangen vom 15. Mai bis zum 11. Juli 1944, also in gerade mal acht Wochen) zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt. Das wären rund 7 Minuten Freiheitsstrafe pro Opfer, aber so darf man natürlich nicht rechnen. Der Verurteilte – gelernter Bankkaufmann – rechnete hingegen bürokratisch genau, und zwar als SS-Unterscharführer in der KZ-Abteilung „Häftlingsgeldverwaltung“ in Auschwitz: Er hatte – so ist es  in der Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofs (s.u.) nachzulesen – u.a. „das Geld der Deportierten nach Währungen zu sortieren, zu verbuchen, zu verwalten und nach Berlin zu transportieren“, wo es „zugunsten der SS“ verbucht wurde. In den Medien wurde er deshalb zum „Buchhalter von Auschwitz“.

Justizministerkonferenz soll Rente für Gefangene befürworten

Nov
14
2016

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge, die Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe und das Komitee für Grundrechte und Demokratie haben anlässlich der bevorstehenden Justizministerkonferenz am 17.11.2016 ein Thesenpapier (siehe Anhang bzw. http://bag-s.de/fileadmin/Thesenpapier_PK_Rente_fuer_Strafgefangene_161109-fin.pdf ) veröffentlicht, in dem sie die Einbeziehung der arbeitenden Gefangenen in die Rentenversicherung fordern.

Justizministerkonferenz: Unwürdiges Spiel auf Zeit bei Rente für Gefangene

Jun
03
2016

Die Justizministerkonferenz hat auf ihrer Sitzung am 1./2.6. 2016 in Nauen/Brandenburg beschlossen, das vorgelegte Ergebnis der Beratung des Strafvollzugsausschusses zur Einbeziehung der Gefangenen zur weiteren Beratung an eine Arbeitsgruppe des Finanz- und Arbeits- und Sozialministeriums weiterzuleiten, um die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen vorgelegten Modelle genauer zu prüfen und diese zu bewerten.

Justizministerkonferenz berät Rentenversicherung für Gefangene.

Mai
30
2016

Grundrechtekomitee fordert, die Einbeziehung endlich zu realisieren.

Das Grundrechtekomitee fordert von der am 1./2. Juni in Nauen/Brandenburg tagenden Justizministerkonferenz (JuMiKo), endlich den Weg für die Einbeziehung der Gefangenen in die gesetzliche Rentenversicherung freizumachen, damit der Bund das notwendige Gesetz erlassen kann.

Lebenslanges Wegsperren in der (forensischen) Psychiatrie

Feb
18
2016

Die potenziell lebenslange Unterbringung im psychiatrischen Maßregelvollzug bzw. – je nach Perspektive – in der forensischen Psychiatrie ist spätestens seit dem »Mollath-Fall« ins Gerede gekommen. Exemplarisch sei auf das Buch seines ehemaligen Verteidigers, Gerhard Strate („Der Fall Mollath. Vom Versagen der Justiz und Psychiatrie“, orell füssli verlag, Zürich 2014) verwiesen.

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