10. Apr. 2026
18:00 - 20:00
Köln Kalk
genaue Adresse noch in Klärung

Sicherheit statt Polizei – Haushaltspolitik neu denken


Wenn von Sicherheitspolitik die Rede ist, geht es meist um Polizei, Strafgesetze und Überwachung. Politisch scheint der Kurs seit Jahren klar: mehr Polizei, mehr Kameras – und gleichzeitig weniger Mittel für Gesundheit, Kultur und Soziales. Doch wie lässt sich dieser Entwicklung etwas entgegensetzen? Und wessen Sicherheit steht dabei eigentlich im Mittelpunkt – und wessen nicht?

Um diese Fragen zu diskutieren, haben wir zwei Initiativen eingeladen: die Kölner Kampagne „Sicherheit für Alle“ und das Berliner Justice Collective.

Die Kampagne „Sicherheit für Alle“ ist seit Sommer 2025 im Kölner Stadtteil Kalk aktiv. Sicherheitskonzepten, die vor allem auf Polizei und Überwachung setzen, stellen sie eine solidarische, nachbarschaftlich organisierte Vision von Sicherheit entgegen. Statt ausgrenzender Polizeipraktiken, Racial Profiling und Verdrängung aus dem öffentlichen Raum setzen sie auf soziale Absicherung: Zugang zu Wohnraum, Ernährung und Gesundheitsversorgung – unabhängig vom Aufenthaltsstatus – sowie auf gegenseitige Unterstützung und lokale Vernetzung. Sie berichten, wie sie die aktuelle städtische Sicherheitspolitik einschätzen, wer dabei marginalisiert wird und welche konkreten Alternativen sie entwickeln.

Das in Berlin ansässige Justice Collective arbeitet seit mehreren Jahren zu Strafpolitiken im deutschen Kontext. Ihre Schwerpunkte liegen auf der Bestrafung von Armut, Rassismus im Strafsystem sowie der Unterstützung von Betroffenen und Kampagnen zur Entkriminalisierung. Ende Dezember 2025 veröffentlichten sie den Bericht „Sicherheit statt Polizei – Berlins Haushalt neu denken“. Darin zeigen sie, dass die Ausgaben für die Berliner Polizei seit Jahren stark steigen – bei gleichzeitig fraglichem Nutzen für die tatsächliche Sicherheit. Ihre Forderung: eine Haushaltspolitik, die sich an sozialen Grundlagen von Sicherheit orientiert, statt Polizeipräsenz mit Sicherheit gleichzusetzen.

Im Anschluss an kurze Inputs beider Initiativen wollen wir gemeinsam mit ihnen und dem Publikum ins Gespräch kommen: Wie kann eine Vision von „Sicherheit für Alle“ konkret werden? Kann die Auseinandersetzung mit Haushaltspolitik auch in Köln eine wirksame Strategie sein? Was lässt sich dadurch verändern – und wo liegen Grenzen?

Die Veranstaltung wird vorrangig in deutscher Lautsprache stattfinden, eine Referentin wird in englischer Lautsprache sprechen. Dafür wird vor Ort eine Flüsterübersetzung organisiert.

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