04. Nov 2014© Alarmphone
Flucht / Europa / Seenotrettung / Soziale Menschenrechte

Wider das Sterbenlassen im Mittelmeer – eine Notrufnummer wurde freigeschaltet

Seit dem 10. Oktober 2014 alarmiert ein Transnationales Netzwerk bei Seenot. Das Mittelmeer bleibt auch 2014 ein Massengrab für Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten. In den ersten neun Monaten des Jahres hat es mehr als 3.000 registrierte Tote gegeben, nirgendwo sonst auf der Welt sind in den letzten Jahren so viele Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen. Ein transnationales Netzwerk von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten will diese Situation nicht länger tatenlos hinnehmen. Seit Ende September testeten sie ein gemeinsames Notruftelefon für Boat-People im Mittelmeer. Es ist rund um die Uhr mit einem multilingualen Team besetzt. Das Notruftelefon wird Anrufe von den Migrationsrouten im zentralen Mittelmeer, in der Ägäis sowie zwischen Marokko und Spanien entgegennehmen. Das Projekt kann keine eigenen Rettungsaktionen ausführen, aber es wird Alarm schlagen, wenn solche Operationen verzögert oder gar verweigert werden. Am 10. Oktober wurde die Nummer freigeschaltet und in wichtigen Transitländern Nordafrikas sowie in der Türkei bei Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen bekannt gemacht.

Das Komitee für Grundrechte hat den „Aufruf für ein ‚Watch the Med-Notruftelefon‘ für Boatpeople“ mitunterzeichnet und bittet alle, das Notrufprojekt zu verbreiten und zu unterstützen.

Informationen zum Notrufprojekt und den Aufruf finden Sie hier:

http://ffm-online.org/alarm-phone/

Zu diesem Thema hat Dirk Vogelskamp einen Artikel mit dem Titel „Massenmord. Oder: das Recht auf Bewegungsfreiheit.“ geschrieben, der in der .Graswurzelrevolution Nr. 393, November 2014, veröffentlicht wurde (siehe Anhang).

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