10. Dez 2023

Wir begrüssen unseren neuen Vorstand

Die letzte ordentliche Mitgliederversammlung des Komitees für Grundrechte und Demokratie fand am 29. Oktober 2023 im Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln in gemütlicher Runde statt. Der bisherige Vorstand wurde entlastet und ein neuer Vorstand wurde gewählt. Fabian Georgi, bis dato einer der Geschäftsführenden Vorstände, stellte sich nicht erneut zur Wahl. Stattdessen wird er uns als dritter politischer Referent ab 2024 in der Geschäftsstelle verstärken. Thomas Jennissen wurde erneut zum Geschäftsführenden Vorstand gewählt, ebenso Yvonne Franke, die das Gremium des Geschäftsführenden Vorstands komplettiert. Wir gratulieren und danken Tom und Yvonne herzlich dafür. Die drei Revisoren Günter Pabst, Martin Singe und Friedhelm Schneiders wachen auch die kommenden Jahre über eine ordnungsgemäße Vereinsbuchführung. Auch ihnen gilt unser Dank!

Wir verabschieden uns mit großer Dankbarkeit und in enger Verbundenheit von Brigitte Klaß, Sebastian Bähr, Hannah Espín Grau, Lisa Riedner und Laura Kotzur, die nicht nochmalig für das Vorstandsamt kandidierten. Erneut als Vorstände gewählt wurden Guillermo Ruiz und Laura Wisser. Wir freuen uns besonders sieben neue Vorstandsmitglieder zu begrüßen, diese stellen sich im Folgenden vor:

 

LAILA ABDUL-RAHMAN
Ich bin Kriminologin und lebe in Hamburg. Momentan arbeite ich an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. zu übermäßiger Gewalt durch die Polizei (Projekt ‚KviAPol‘) und promoviere zur (Il-)Legitimitätswahrnehmung betroffener Personen in eskalativen Polizeikontakten. Über das Projekt kam ich auch in Kontakt mit dem Grundrechtekomitee. Ich habe außerdem einen Beitrag zum Sammelband „Mythos Clankriminalität“, den das Grundrechtekomitee aktuell mit herausgegeben hat, verfasst. Rassismuskritik und abolitionistische Transformationsprozesse sind für mich Themenfelder, die ich sowohl politisch als auch wissenschaftlich voranbringen möchte. Durch meine Mitarbeit hoffe ich, dass wir gemeinsam zunehmenden autoritären, repressiven Reflexen und gesellschaftlichen Ausschlüssen etwas entgegensetzen können, in dem wir solidarische Lösungen denk- und spürbar machen.

LISA ADAM
Ich habe dieses Jahr eine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen. Aktuell lebe ich in Marburg, wo ich mein Masterstudium in Politikwissenschaft abgeschlossen habe. Als politische Person begreife ich mich seit meinem Bachelorstudium in Jena – dort setzte ich mich zum ersten Mal bewusst mit feministischen Themen auseinander.  Mit meinem Umzug nach Marburg ging auch ein neues Kapitel meines politischen Werdegangs einher: Über verschiedene Organisationen und Politgruppen interessierte ich mich mehr für ein breites Spektrum an Kritischer Theorie, Antifaschismus und materialistische Ansätze der Staats- und Herrschaftskritik. Für meine Masterarbeit zum Thema Menschenrechte stützte ich mich auf Thesen Wolf-Dieter Narrs, was mich schlussendlich zum Grundrechtekomitee brachte.

LARS BRETTHAUER
Ich lebe in Berlin und promoviere zu staatlicher Überwachung und neuen Formen des digitalen Autoritarismus in Deutschland. Zusätzlich betreibe ich einen Blog zur Frage linker System- transformation. Bisher war ich aktiv bei den kritischen Wissenschaftsund Bildungsnetzwerken reflect! – Assoziation für politische Bildung und Gesellschaftsforschung (Berlin) und dem bundesweiten Netzwerk Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung. Ich habe meine Promotion bei Wolf-Dieter Narr in Berlin begonnen und freue mich dementsprechend, das von ihm mitgegründete Grundrechtekomitee mit weiterzuführen.

AXEL GEHRING
Ich habe mich mit der Transformation von Staatlichkeit in der Türkei im Rahmen meiner Dissertation befasst, konkret mit der Internationalisierung von Ökonomie, Staat und der liberalen Begründung von Autoritarismus. Die Gewaltverhältnisse internationaler und regionaler Ordnungen sowie Fragen der Militarisierung bilden seit einigen Jahren einen Schwerpunkt meiner Arbeit. Gerne würde ich mich anderen Themen befassen, aber die politischen Verhältnisse lassen keine Wahl, weil sich demokratische und würdige Verhältnisse nirgendwo von selbst einstellen und bedroht sind, sobald wir nicht für sie kämpfen. Heute arbeite ich in beratender Funktion für Fragen der Außenpolitik und der EU in der Bundesgeschäftsstelle der Partei die Linke.

ANDREAS GUTMANN
Ich bin vor Kurzem von Berlin nach Kassel gezogen und arbeite hier als Rechtswissenschaftler an der Uni. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit sind ökologische Fragen, so habe ich etwa zu Rechten der Natur in Ecuador promoviert. Außerdem arbeite ich viel zum Versammlungsrecht. Aus einer kritischen Perspektive heraus versuche ich, das Recht sowohl in seiner Rolle als Herrschaftsinstrument, als auch als emanzipatorisches Werkzeug zu fassen. Die Arbeit des Grundrechtekomitees habe ich bislang interessiert beobachtet und auch schon mal etwas für den Grundrechte-Report geschrieben. Ich freue mich sehr, als Teil des Vorstands diese Arbeit  in Zukunft aktiv mitzugestalten und danke allen Vorstandskolleg*innen und Mitgliedern für die Wahl und die herzliche Aufnahme.

AARON REUDENBACH
Ich bin vor kurzem aus München nach Berlin gezogen und befinde mich derzeit in den letzten Zügen meines Masterstudiums der Kriminologie. In der Vergangenheit habe ich mich insbesondere viel mit dem Thema Polizei und Protest auseinandergesetzt, dazu (wissenschaftliche) Texte geschrieben und häufig Protestereignisse selbst beobachtet. Aktuell führe ich im Rahmen meiner Abschlussarbeit eine kritische Ethnographie zum Thema Protest Policing and harm durch, mit einem Fokus auf Auswirkungen polizeilichen Handelns auf Klimaprotest im Kontext von Protestereignissen. In diesem und anderen Projekten durfte ich bereits intensiv mit dem Grundrechtekomitee zusammenarbeiten und freue mich als Teil des Vorstands in Zukunft aktiv an der Ausgestaltung der Arbeit des Komitees beteiligt sein zu können.

CLAUDIA THEILIG
Im Anschluss an mein Jurastudium absolvierte ich in Berlin mein Referendariat mit einem Schwerpunkt auf Polizeirecht, Strafrecht und Migrationsrecht. Zwei Jahre arbeitete ich als Rechtsberaterin für Asyl- und Aufenthaltsrecht. Derzeit bin ich als Referentin für Rechtspolitik bei dem Dachverband der psychosozialen Zentren für Geflüchtete und Folterüberlebende (BAfF e.V.) tätig. Da ich mich für die Überschneidung der Bereiche Migration und Gefahrenabwehrrecht interessiere, studiere ich parallel dazu Kriminologie an der Universität Hamburg. Ich freue mich sehr auf den Austausch zu diesem und weiteren Themen im Rahmen der Zusammenarbeit im Grundrechtekomitee.