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Melchiorstraße 3
50670 Köln
Raum: Großes Forum
Polizeiliche Gewaltanwendungen aus Sicht der Betroffenen. Vorstellung der Studie „Körperverletzung im Amt“
Ob im Kontext von Demonstrationen oder Fussballspielen, bei rechtswidrigen Razzien in Geflüchtetenunterkünften oder während spontaner Personenkontrollen: Körperverletzung im Amt bzw. Polizeigewalt ist ein wenig beachtetes gesellschaftliches Problem. In den amtlichen Statistiken tauchen nur wenige solcher Fälle auf; bei einem Großteil davon wird das Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaften eingestellt. Leider wird das Phänomen aufgrund verschiedener Faktoren, von einer unkritischen Übernahme der Polizeisichtweise in der Öffentlichkeit bis hin zur fehlenden Identifizierbarkeit der Täter*innen, leider oft unterschätzt oder als Einzelfall abgetan.
Es gibt zudem kaum Forschungen zum Thema: welche Personen in welchen Situationen auf welche Weise von übermäßiger Polizeigewalt betroffen sind, ist daher weitestgehend unbekannt. Die Studie „KviAPol – Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ unter Leitung von Prof. Dr. Tobias Singelnstein untersucht nun erstmals für Deutschland Hell- und Dunkelfeld übermäßiger polizeilicher Gewaltanwendungen.
Laila Abdul-Rahman und Hannah Espín Grau sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Forschungsprojekt KviAPol an der Ruhr-Universität Bochum. Sie werden im Vortrag die Zwischenergebnisse der Studie vorstellen. Im Anschluss wird Michèle Winkler vom Komitee für Grundrechte und Demokratie, die Ergebnisse in gesellschaftliche Entwicklungen einordnen. Anschließend gibt es Zeit für Fragen und Diskussion.
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